4 Gerling
Ehemaliger Hof Gerling, Schützenstraße 4, später Schäferkämper Weg 32[aus den Unterlagen zum 100jährigen Bestehen des Landw. Ortsvereins Bad Westernkotten im Jahre 2006] Lage des Betriebes: Der Betrieb lag ursprünglich an der Schützenstraße 4 und wurde 1954/55 an den Schäferkämper Weg (heute: Café Gerling verlagert).
Zur Geschichte des Hofes und zur landwirtschaftlichen Produktion: Anton Gerling (*23.9.1879 in Westernkotten, +21.4.1942), der Vater von Willi Gerling, stammte aus dem Hause Kaltner, Leckhausstraße, und war nachgeborener Bauernsohn. Er arbeitete zunächst auf der Union in Lippstadt. Dann heiratete er um 1900 Albertine Schäfermeier aus der Schützenstraße 4 und gründete mit ihr dort den Bauernhof. Vorher unterhielt hier der Vater von Albertine, Josef Schäfermeier (*1.4.1854, + 12.8.1913), eine Schreinerei, die spätere Schreinerei Schäfermeier an der Bruchstraße (heute Lippstadt). Josef Schäfermeier war vielseitig interessiert. Er war Innungsmeister, baute das erste Fahrrad und das erste Motorrad in Westernkotten.
Anton Gerling gelang es, durch Landkauf und Tüchtigkeit, den Hof weiter auszubauen. Er starb während des Kriegsjahres 1942. Als im Zweiten Krieg dann auch noch sein Sohn Anton fiel, kam Willi Gerling als nachgeborenem Sohn die Aufgabe zu, die Landwirtschaft fortzusetzen. Willi Gerling hatte zunächst Schlosser gelernt und sollte Lokomotivführer werden. Er schulte dann um und ging auf die Landwirtschaftsschule. Schon 1948 übernahm der die Geschäftsführung der Schwarzbunten Zuchtgenossenschaft. Sein besonderes Hobby galt fortan der Züchtung von Bullen und vor allem Milchkühen mit hohen Qualitätsmerkmalen. Am 13.5.1954 brannte der Hof in der Schützenstraße ab. Wegen der räumlichen Enge und fehlender Erweiterungsmöglichkeiten entschloss man sich, auszusiedeln und den Hof am Schäferkämper Weg neu zu errichten. In den 1960er und 1970er Jahren errang Willi Gerling bei Kreistierschauen und Verkaufsaktionen häufig herausragende Leistungen. Sein Sachverstand war auch als stellv. Vorsitzender der Kreistierzüchtervereinigung Lippstadt gefragt. Mehr als 30 Jahre leitete er als Geschäftsführer die Geschicke der Schwarzbunten-Bullenhaltungsgenossenschaft. Am 7.8.1975 brannten Scheune und Stallungen des neuen Hofes wiederum ab. Im Zuge der Umbaumaßnahmen entschloss man sich, auch ein Hofcafé anzulegen, da die Zukunft der Landwirtschaft nicht rosig erschien. Das „Café Gerling" wurde am 15.2.1977 von den Eheleuten Willi und Gerda Gerling eröffnet. Sohn Ulrich und seine Frau Ute geb. Pilk führen das Café und eine angegliederte Pension heute im Hauptberuf weiter. Später wurde die Terrasse als Wintergarten ausgebaut und draußen ein Biergarten angelegt. Die Landwirtschaft besteht nicht mehr. Das Land ist verpachtet.
Hofeigentümer: Ca. 1900 -1942 Anton Gerling 1942 - 1944 Anton Gerling (sein Sohn) 1945 - 1993 Willi Gerling (Bruder) und Gerda 9.12.1993 bis heute Ulrich Gerling (Sohn von Willi Gerling) und Ute geb. Pilk.
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